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Das Fach Philosophie

Was ist das? Warum ist das so? – Kinder beginnen Fragen zu stellen, sobald sie sprechen können. Im Philosophieunterricht wollen wir diese natürliche Tätigkeit des Menschen wach halten und weiter ausbilden.

So eröffnet das Fach den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit für sich selbst und gemeinsam mit anderen über den Sinn menschlicher Existenz und über Maßstäbe des eigenen Handelns und gemeinsamen Lebens nachzudenken. Auf diese Weise trägt das Fach zur Persönlichkeitsbildung aber auch zur Sicherung eines toleranten und kooperativen Miteinanders im Schulleben bei.

Philosophieunterricht zielt auf das Ganze der Person – im Unterricht gehen die Schülerinnen und Schüler ausgehend von Alltagserfahrungen gemeinsam auf die Suche nach verantwortbaren Handlungsmaßstäben und Antworten auf existentielle Fragen. Der Lehrer regt die Kommunikation an, moderiert und sorgt für die Fortentwicklung des gemeinsamen Gesprächs mit dem Ziel sich selbst immer mehr zurückzuziehen und den Bezug der Schüler aufeinander zu fördern. Methodisch steht damit das kommunikative und dialogische Handeln nach Vorbild des Sokratischen Gesprächs im Vordergrund. Durch eine Vielfalt der Methoden und Lernformen sollen Schüler aber nicht nur in ihrem argumentativen Denken angesprochen werden, sondern auch in ihrem Empfinden und Handeln. Dazu gehören das philosophische Gespräch, Rollenspiele, der philosophierende Umgang mit Texten, Dilemmageschichten, Gedankenexperimente u.a.

Philosophieren bedeutet sich der eigenen Perspektive zu vergewissern, die Bereitschaft andere Perspektiven wahrzunehmen und zu diskutieren sowie die Offenheit den eigenen Standpunkt zu überdenken. Das Gegenüber der Anregung und Auseinandersetzung finden die Schüler in ihren Mitschülern, in Experten, in Figuren aus Geschichten, Sachtexten und Filmen. In der Oberstufe steht die Auseinandersetzung mit Autoren und Texten der philosophischen Tradition im Vordergrund.

So erwerben die Schülerinnen und Schüler personale, soziale und Sachkompetenz, die sie für ihre persönliche Lebensgestaltung, ihren weiteren Bildungsweg und ihr berufliches Leben nutzen können.

Praktische Philosophie (Sekundarstufe I)

Philosophie (Sekundarstufe II)

- Er kam auch ans Ratsgymnasium

prof grundmann am rats kl

„Muss ich den eigenen Tod fürchten?" – Dieser existentiellen Frage ging Professor Thomas Grundmann aus Köln zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 9 und Q1 am Mittwoch, den 1. Oktober, in einem Vortrag mit anschließender Diskussion nach.
Obwohl der Tod zum Leben gehört und viele Schüler bereits persönlich durch den Verlust von Angehörigen mit dem Thema in Berührung gekommen sind, so sind es doch nur wenige, die sich schon einmal gedanklich mit dem eigenen Tod auseinandergesetzt haben. Woran liegt das? Möglicherweise ist die Furcht vor dem Tod sehr tief in uns verwurzelt, so dass wir die Tatsache unserer eigenen Sterblichkeit erfolgreich verdrängen. Doch eigentlich, so behauptete der griechische Philosoph Epikur, muss uns der eigene Tod nicht schrecken, weil wir nicht mehr da sind und ihn als Übel empfinden können, wenn er eingetreten ist.

Diese These zu durchdenken, dazu lud Thomas Grundmann die ins Zimmertheater gekommenen Philosophie- und Religionsschüler, die Philosophielehrer und die Schulleiterin Gabriele Jansen ein. „Wir fürchten uns vor dem Tod, da er eine Frustration unserer Wünsche für die Zukunft bedeutet", stellte Grundmann fest. Demnach hinge die Todesfurcht von der Art unserer Lebensführung ab. Der ältere Mensch, dessen Wünsche möglicherweise schon erfüllt sind, oder aber der Altruist, der sich weniger für sich selbst, als für andere erhofft, müsste sich demnach weniger vor dem eigenen Tod fürchten als ein junger oder ein egoistischer Mensch.

Doch der Philosophie ist es zu eigen, dass sie zwar vernünftige Antworten gibt, aber mit jeder Antwort auch immer wieder neue Fragen aufwirft. Das zeigten auch die interessierten und klugen Beiträge des Publikums.
Mit seiner erfrischenden Art regte Thomas Grundmann die Schüler nicht nur an, ihm auf seinem Streifzug durch Literatur und philosophische Theorien zu folgen, sondern sensibilisierte sie auch für die gesellschaftliche Relevanz philosophischer Neugier und Skepsis. Auch wir Philosophielehrer wünschen uns in diesem Sinne unsere Schüler zu selbstständigem Denken zu befähigen und freuen uns deshalb auf weitere derart anregende Veranstaltungen.


Herzlichen Dank an Herrn Prof. Grundmann, an unsere interessierten Schüler und an das engagierte Technikteam!

Dr. Sabine Ottjes, Philosophielehrerin