Am Freitag, dem 5. November fand im Franz-Hitze-Haus die Schülerakademie mit dem Titel "Ernten, was wir säen?! Von der Nachhaltigkeitspolitik zum sozialen Frieden" statt.

Nach der Begrüßung durch den Veranstaltungsleiter Sebastian Lanwer und einer Vorstellung der Referenten und Workshopleiter startete die Veranstaltung mit einem Vortrag des Soziologen Prof. Dr. Henning Laux. Uns wurden zunächst verschiedene Aspekte des Klimawandels wie beispielsweise Laborfleisch, das aus tierischen Stammzellen gezüchtet wird, oder das Prinzip der Hybridisierung vorgestellt. Hybridisierung bedeutet, dass es aufgrund des Plastikzeitalters und des menschlichen Vordringens in die Umwelt keine "reine" Natur mehr gibt. Besonders interessant war allerdings die soziologische Perspektive auf den Klimawandel, da uns erläutert wurde, wie gering die Akzeptanz des Menschen für tiefer greifende und "wehtuende" Maßnahmen sei und dass es aber genauso Kettenreaktionen beispielsweise beim Vegetarismus geben könnte, da viele Menschen immer der stärkeren Gruppe und der Mehrheit hinterherlaufen.

Im Anschluss an eine kürzere Diskussionsrunde wurden die insgesamt 45 Schülerinnen und Schüler in drei Gruppen aufgeteilt und besuchten nacheinander drei verschiedene Workshops.

Das Thema des ersten Workshops war "Leben und leben lassen – Wie geht nachhaltige Ernährung?", geleitet von dem Soziologen Tobias Engelmann. Dort haben wir die erforderlichen Schritte besprochen, die es braucht,  bis unser Essen auf dem Teller landet. Dabei wurde festgestellt, dass besonders der Anbau und die Ernte, aber auch die Kühlung von Lebensmitteln viel CO2 freisetzt. Zudem macht es laut Herrn Engelmann nur einen geringen Unterschied, ob man einen regional produzierten, aus einem mit Öl beheizten Treibhaus und womöglich fünf Monate gekühlten Apfel kauft, im Vergleich zu einem aus Neuseeland per Schiff importierten Apfel. Besonders erschreckend war jedoch, dass ca. 30% der produzierten Lebensmittel im Müll landen und so unnötig Müll entsteht, aber auch CO2 freigesetzt wird. Am umweltschonendsten sei es, auf Fleisch und tierische Produkte zu verzichten.

Im zweiten Workshop mit dem Titel "Das Tier und wir – was wir heute über Tiere wissen und was das für den Umgang mit diesen bedeutet" ging es um die Frage, womit und in welchen Bereichen der Mensch das Tier beeinflusst. Zusammen mit den Biologiestudenten und Gründern  des Online-Magazins "ETHOologisch.de- Verhalten verstehen", kamen wir zu dem Punkt, dass der Mensch durch Nutz- und Haustierhaltung, durch Tierversuche, aber auch durch Lebensraumzerstörung und den Klimawandel nahezu alle Bereiche des tierischen Lebens massiv beeinflusst. Hinzu kommt, dass ca. 85% der Säugetiere in Deutschland als spätere Nahrungsquelle gezüchtet werden. Daher kommt auch die Zahl der 625 Millionen Hühner, die jährlich in Deutschland geschlachtet werden - Zahlen, bei denen alle ins Stutzen gerieten. Nach Gesprächen über konkrete Möglichkeiten zur Fleischreduktion in der Gesellschaft und die moralischen Aspekte von Tierversuchen, ging es zum dritten Workshop.

Mit dem Namen "Think global, act local –Was können wir konkret für mehr Nachhaltigkeit tun?", haben wir zusammen mit der Landschaftsökologin Leandra Praetzel über Aktivismusformen und deren Effektivität gesprochen. Dabei ging es um Demonstrationen, Petitionen, Infostände, Streiks, Besetzungen, Straßentheater, Flashmobs und Menschenketten. Auffallend war, dass alle Gruppenteilnehmer bereits mehrmals an Fridays for Future Demonstrationen teilgenommen haben.

Bei der Schlussrunde am Ende und einem kurzen Museumsgang mit Betrachtung der Arbeitsergebnisse wurde deutlich, dass in jeder Gruppe aufschlussreiche Diskussionen geführt worden waren und die fachspezifischen Blickwinkel der Workshopleiter auch neue, bisher unbekannte Aspekte in die Gespräche integrieren konnten. Der Abschlussappell an alle lautete: Seid Spreader und berichtet euren Mitmenschen von den heutigen Erkenntnissen, damit das Nachhaltigkeits- und Klimaschutzthema im Fokus bleibt.

Von Marie Winkelmann

 

Dez
09
Schulkonferenz; Mensa, 18:00 Uhr
Dez
17
St. 9: Späteste Abgabe Bestätigung Praktikumsplatz (Oel)

 
Das Online-Magazin von Schüler*innen für Schüler*innen