Herzlichen Dank, dass Sie und Ihre Kinder unseren Grundschulinformationstag am Samstag, 18.01.2020 besucht haben!

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und bei Interesse an der Sekundarstufe II auf unserer

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Anmeldewoche am Rats

Die Anmeldewoche ist vom Dienstag, 18.02. bis Donnerstag, 20.02.2020, vormittags von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr und nachmittags von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Weitere Informationen zur Anmeldung erhalten Sie hier.

 

13 Ratsschüler/innen besuchten in diesem Jahr die Schülerakademie "Dialoge zum Frieden"
Ein Bericht von Daniel Potocki, Q 2

Zunächst möchte ich die Organisatoren der Schüler*Innen-Akademie im Franz-Hitze-Haus loben: Gerade in Zeiten, in denen Rechtspopulismus wieder salonfähig geworden ist, sind solche Aufklärungsprojekte für eine offene Gesellschaft unersetzlich .

Das Theaterstück zu Beginn war ein sehr passender Einstieg, man wurde mit einem NS-Verbrecher in Gestalt eines "ganz normalen" lieben Opas konfrontiert. Doch dieser Eindruck schwand, als aus der Prozessakte von Opa "Walter Pohl" vorgelesen wurde, in der eine wesentliche Beteiligung am Mord an über 100 Personen festgestellt wurde. Nach einer Berufung wurde er freigesprochen, ein Ereignis, was früher allzu gängig war und bis heute, nicht zuletzt auch bei den Schüler*Innen, großen Unmut erregte. Nun stellte sich also die Frage, wie es zu so einem Freispruch kommen konnte und auch, wie eigentlich die Ermittlungen in solchen Fällen aussehen.

Antwort darauf lieferte Polizeihauptkomissar Rainer Stoye, ehemaliges Mitglied der "Einsatzgruppe Nationalsozialistische Gewaltverbrechen". In seinem Vortrag bekam man einen leider nur relativ oberflächlichen Einblick in die Aufarbeitung von Straftaten, wobei dennoch viele interessante Aspekte genannt wurden, wie z.B. dass die Öffnung der Akten der UDSSR und der UNO in den 1990er Jahren die Ermittlungen vereinfachten, aber auch, dass das umstrittene neue Polizeigesetz in NRW eine bessere Arbeit im Bezug auf NS-Verbrecher*Innen und Terrorist*innen ermöglicht.

Als nächstes folgte das Planspiel "Anklagen oder nicht?", in dem wir uns gruppenweise als Ankläger und Verteidiger im Prozess gegen den NS-Verbrecher Johann R. bzw. den "IS"-Terroristen Abu Dieb beschäftigten. Hier war schade, dass die Quellen und Darstellungen, mit denen wir arbeiteten, eine Verteidigung im Prinzip unmöglich machten – so eindeutig war die Beweislage. Für eine lebhafte Diskussion wären weniger eindeutige Fälle interessanter gewesen.

Abschließend kam der Impulsvortrag "Kämpfende der Terrororganisation "Islamischer Staat" vor Gericht" von Sarah Klosterkamp, gefolgt von einer kurzen Frage-/Diskussionsrunde. Für mich persönlich war das der interessanteste Teil der Veranstaltung. Zum einen hat Frau Klosterkamp einen Fokus auf die Angehörigen der Terrorist*Innen gelegt, die nicht nur oft direkt unter den Taten ihrer Familienmitglieder leiden, sondern auch in Deutschland von Presse und Gesellschaft stigmatisiert werden. Eindrucksvoll fand ich auch, wie sie unter anderem die Logistik des "IS" veranschaulichte, also wie zum Beispiel Menschen aus Deutschland den sogenannten "Islamischen Staat" unterstützten. In der Diskussionsrunde haben wir uns dann vor allem mit der Frage "Vergeben? Vergessen?" beschäftigt. Manche Schüler*Innen äußerten, dass für sie Vergeben möglich sei, Vergessen aber nicht. Andere wiederum schlossen beides kategorisch aus. Auch wurde von Schüler*Innen kritisch reflektiert, dass wir in Deutschland trotz der Prozesse noch nicht genug für die Aufarbeitung von Verbrechen aus der NS-Zeit sowie der Kolonialgeschichte getan haben.

Zusammenfassend kann ich nur ein Lob an die Beteiligten der Schüler*Innen-Akademie aussprechen. Aber auch ein Dankeschön an das Ratsgymnasium, das uns die Teilnahme ermöglicht hat. Ich hoffe, dass diese Kooperative weitergeführt wird und kann die Teilnahme jedem politikinteressierten Menschen empfehlen, den politikverdrossenen Menschen aber sowieso.

- Daniel Potocki, Q2 -