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Technik zum Anfassen

Münster - Von Andreas Hasenkamp

Wenn Unternehmen und Hochschulen mit Mitmach-Projekten technischen Charakters in eine Schule gehen, dann kann man das „Mint-Parcours“ nennen – und eine Premiere. Die fand für Münster am Freitagvormittag im Ratsgymnasium statt.

„Mint“ steht für „Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik“. Schön sei es, hier mitmachen zu können, es seien ja namhafte Firmen hier, sagt Niklas Janker von Orderbase: nämlich Armacell, BASF Coatings, Hengst, Weicon, die Fachhochschule und die WWU Münster.

Die Schüler der Oberstufe durchliefen zwei Durchgänge, zwei Workshops mit verschiedenen Firmen. So konnten sie sich mit Berufsbildern von der Metallbearbeitung bis zur Informatik befassen. Nicht für alle passte der Termin in der Klausur-Vorbereitung, so die Lehrerin Brigitte Kramer ; aber 30 Schüler machten mit.

Eine Mutter anreißen, Nasen aussägen und dann dem Bolzen ein Außengewinde verpassen – Teil des Programms bei Armacell, von dem jeder etwas Selbstgeschaffenes mitnehmen konnte. Filter zusammensetzen hört sich weniger spannend an – beim Unternehmen Hengst ging es aber um die Optimierung des Ablaufs. Wie viele der Unternehmensvertreter sind auch Tina Kuhn und Florian Brock­kötter erst seit wenigen Jahren weg von der Schule; beide sind im Dualen Studium bei Hengst: im Studiengang Kunststofftechnik im Praxisverbund Verfahrensmechaniker.

Viele Fragen der Schüler galten den unterschiedlichen Wegen in einen Beruf, berichteten Tina Spengler und Beatrice Beuker von Weicon nach dem Klebeversuch mit einer vierköpfigen Mädchengruppe. „Super, es hat einwandfrei geklappt“, sagt Jochen Korn, Dozent im Fachbereich Maschinenbau, der mit einer Kollegin und einem Kollegen den Workshop für acht Schüler moderiert. Unter anderem konnten die Schüler anhand eines Schaltplans per Pneumatik eine Schiebetür mit Mem­branpumpe in Gang setzen – wenn man denn das Dutzend Luftschläuche und andere Bauteile richtig einsetzte.

Dem Pilot-Projekt schließt sich eine Feedback-Runde für Schüler, Lehrer, Unternehmen und Hochschulen an. Der Koordinator, das „zdi-Zentrum m3 MINT Münster Münsterland“, getragen von Universität und Fachhochschule, überlegt, wie es weitergeht. Die Zeichen stehen auf eine Wiederholung; so positiv war die Resonanz. Das resümierten auch Dietrich und die Geschäftsführerin des Schülerlabors „MExLAB“ an der WWU, Inga Zeisberg. Auch Mädchen hätten sich gut beteiligt, konstatierte Jochen Dietrich.