„Weil ich selbst einen Jungen habe, der im Rollstuhl gefahren werden muss, habe ich diese Geschichte von den Krokodilern geschrieben. Auch mein Sohn muss oft warten, bis Nachbarjungen kommen und ihn abholen, zum Fußballplatz mitnehmen oder zum Minigolfplatz. Es ist schwer für einen Jungen, nicht einfach mit anderen Jungen weglaufen zu können, immer warten zu müssen, bis ihm einer hilft. Und wenn ihr in eurer Nachbarschaft einen Jungen oder ein Mädchen seht, die behindert sind, denkt daran, dass es jeden treffen kann, seid freundlich zu ihren, versucht zu helfen. Oft ist schon viel geholfen, wenn ihr freundliche Worte findet, denn Worte können verletzten - oder helfen.“
Das schrieb Max von der Grün vor etwa 50 Jahren in seinem Vorwort zu seinem Roman „Vorstadtkrokodile“, den die Klasse 5c aktuell im Deutschunterricht liest. Wie ist es, mit einer Einschränkung im Alltag zurecht zu kommen? Auf welche Hindernisse stößt man? Diesen Fragen wollten wir im Anschluss an die Lektüre nachgehen.
So erhielt die Klasse 5c am 16.6.25, im Deutschunterricht Besuch von den Barriere-Scouts. Die Barriere-Scouts sind ein Projekt des SEHT Münster e.V. (Selbständigkeitshilfe bei Teilleistungsschwächen) mit Unterstützung der LVM.
Zunächst lernten wir in einem einführenden Vortrag durch die Projektmitarbeiterinnen, was Barrieren sein können, was man unter „Barrierefreiheit“ versteht und welche Regeln man beachten sollte, wenn man Umgebungen barrierefrei gestalten will (Räder-Füße-Regel, Zwei-Sinne-Prinzip, KISS-Regel (Keep it short and simple)). Danach erkundeten die Schülerinnen und Schüler mit Simulationshilfen (Rollstühle, Blindenstöcke, Augenbinde, Gehörschutz) in Kleingruppen die Schule und notierten ihre Beobachtungen zur Barrierefreiheit in einer Checkliste.
Neben den offensichtlichen Barrieren (Treppen) stellten wir schnell fest, dass es auch viele andere Hindernisse gibt wie Türschwellen, die mit dem Rollstuhl nicht einfach zu überwinden sind, oder Türen, die sich nur mit viel Mühe und nicht alleine öffnen ließen. Die Treppen werden bald kein Hindernis mehr sein. Im Zuge des Anbaus werden wir am Rats einen Aufzug bekommen, sodass die oberen Stockwerke auch für Menschen mit Einschränkungen leichter zu erreichen sind.
Wichtiger noch ist aber: Wir haben erkannt, dass es auch auf uns ankommt. Wir haben gesehen und selbst erfahren, wo es gilt, im Alltag achtsamer im Umgang mit unseren Mitmenschen zu sein, z.B. beim Abstellen der Fahrräder (sodass man Wege nicht versperrt).
Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal herzlich für den Besuch der Barrierescouts!
Eindrücke aus der Klasse 5c:
Ich fand den Besuch der Barriere-Scouts
- sehr gut, weil sie uns gezeigt haben, wie es ist, eingeschränkt zu sein.
- hilfreich/sinnvoll, weil nicht alle respektvoll mit Behinderten umgehen.
- sehr interessant, weil man viel gelernt hat.
- interessant, weil man etwas gelernt hat, was man noch gar nicht wusste.
- hilfreich, weil mir vorher nie aufgefallen ist, wie viele Barrieren es am Rats gibt
Mich hat überrascht, dass
- es so viele Hindernisse gibt, wo Menschen mit Rollstuhl nicht weiterkommen.
- es so viele Barrieren am Ratsgymnasium gibt. Bei den meisten Türen sind Türschwellen. Als ich dran war und im Rollstuhl saß, habe ich noch nicht einmal die Türen aufbekommen, weil sie so schwer waren.
- man auf viel mehr achten muss als man denkt. Und manches ist sehr unoffensichtlich und erst dann merkt man, dass es schwer ist.
- man sich fast gar nicht orientieren konnte.
- man sich (ohne sehen zu können) sehr alleine fühlt, wenn es leise ist.
Ich habe darüber nachgedacht, dass…/Mich hat nachdenklich gemacht, dass
- es sehr doof ist, wenn man Behinderungen als Beleidigung benutzt, z.B: Du behindertes Kind!“
- manche Menschen ihr ganzes Leben Einschränkungen haben.
- man ja auch gar nicht wüsste, wie man selbst aussieht oder die Eltern, wenn man von Geburt an blind ist.
- man Leuten mit Einschränkung mehr Hilfe anbieten sollte.
- man mit dem Rollstuhl nicht überall hinkann.
- man ja sehr viel umbauen und anbauen muss, um die Schule barrierefrei zu machen.
- die Person, die im Rollstuhl sitzt, viel auf andere angewiesen ist






























